Nach 1 Stunde völligster Verzweiflung, Tränensackentleerung und neuer Flüssigkeithaushaltsregulierung, habe ich mir ein Herz gefasst und das getan, was ich immer mache, wenn ich nicht mehr weiter weiß: schreiben.
Diesmal mein Thema: Schwerpunktsetzung meiner Arbeit, ausgeführt in zwei Ansätzen (immerhin nur zwei).
1. Familiengeschichte(n)
Erinnerungen weitergeben durch Mode, durch Geschichten, Familiengeschichte(n): Geschichten erzählen, aber wie?
Familiäres Museum. Persönliches Museum. Zitiertes Museum, musealer Raum. Persönliches Museum. Mehrere Stationen:
chronologisch sortiert?,
Dokumentarisch sortiert?,
Eine Wand reine Doku?,
Sitzen, Stehen, Essen?
Installationaler Raum, Installationen, Technik, Sound, Bild, Beamer?
Installativer Showroom – ich arbeite Vorort, gestalte Vorort. Performance.
Vorsicht: Voyeuristische Gefühle sind beim Besucher unangenehm. Wie kann ich das umgehen? Etwa durch einen performativen Auftakt. Kann durch Performance umgangen werden.
Herr Prof. Kissel: "Wenn sowieso Ladengeschäft, warum dann nicht Schaufensterperformance?
Besucher stehen draußen, Ton muss rausgelegt werden. Besucher schauen von draußen hinein, ins hell erleuchtete Schaufenster, wo die Performance stattfindet."
Mögliche Performance: Ich präsentiere jemanden aus meiner Familie im hell erleuchteten Schaufenster meine Arbeiten und transformierten Dinge. Es muss jemand sein, der damit ebenfalls Erinnerungen verknüpft und wir darüber ins Gespräch kommen. Bester Kandidat hierfür: Oma Annemarie.
Sinn und Zweck der Performance: die Zuschauer werden auf theatralischer Weise in die Thematik eingeführt. Das Schaufenster ist wie eine Theaterbühne und das Publikum fühlt sich dann beim Museumsbesuch und Geschichten nachlesen nicht so, als würde es in meinen ganz privaten Familienangelgenheiten herumschnüffeln. Ihnen werden die Familienangelegenheiten auf einer Bühne bereits dargeboten und der voyeuristische Aspekt wird somit unterdrückt, bzw. gebändigt.
Herr Prof. Kissel: "Private Momente kommen besser rüber wenn das Publikum draußen im Dunkeln steht."
Meine Arbeit darf nicht bloßstellen, sondern muss Nähe erzeugen. Ich will Nähe erzeugen. Das Publikum muss sich meiner Arbeit nahe fühlen, eigene Erfahrungen und Familiengeschichten aufrufen beim Betrachten meiner Arbeiten.
Familyfashion. Familybusiness.
Der Reiz: private, vergangene Welt wird nach außen gestülpt.
2. Das Produkt und die Transformation
Das Produkt soll für sich alleine stehen können. Performance eher nebensächlich. Das Produkt soll von sich aus Überzeugen.
Ist mein Produkt zwingend anwendbar, tragbar?
Entspringt mein Produkt dem Schoße der Kunst, kann es demnach untragbar und skuril bleiben? Ein Ding des intuitiven Moments? Kein Gebrauchsgegenstand?
Wie gehe ich mit Oberflächen um?
Bei einem alten Gegenstand, der schon viel erlebt hat, werden Geschichten nicht am ehesten über seine Nutzungsfläche, Abnutzung erzählt?
Abnutzungsstellen, Abnutzungsflächen.
Wie kann ich hiermit spielen?
Bsp. Eine Abgenutzte Stelle nicht durch einen neuen Stoff ersetzen sonder durch einen neuen, ebenfalls abgenutzten Stoff. Geschichten!
Die Transformation der verschiedenen Stücke soll individuell und intuitiv entschieden werden. Kein einheitliches Konzept wie: Ich Bessere Dinge aus, oder ich sticke überall ein K wie Katrin drauf.
Wo ist das narrative Element? Wie hängt hier alles zusammen?
Herr Prof. Kissel: "Änderungsschneiderei".
Vorteile: Arbeitsprozess kann performativ dargestellt werden. Raum eingerichtet wie eine typische Einwanderer-Änderungsschneiderei (mit Schlafplatz und Kochecke). Ich nähe und transformiere Vorort. Zeige so den Transformationsprozess.
Hier: Erinnerung, Familiengeschichten bleiben außen vor.
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