Montag, 19. November 2007

mein Arbeitskonzept in grob


Produkt
Mein Produkt soll ein Kleidungsstück sein, dass mich stolz macht, mich glücklich macht und mich erinnern lässt. Wenn ich gefragt werde: „Wow, wo hast du das denn her?“ Dann möchte ich nicht sagen: „Aus dem H&M in Erfurt“, sondern ich möchte sagen: „Dieses ist ein Stück, das hat meine Oma immer im Garten getragen, darin hat sie Äpfel geschüttelt und Kartoffelkäfer gesammelt, dieses Stück ist immer mit ihr vom Garten nach Hause auf dem Fahrrad gefahren und jetzt trage ich es und es ist wunderschön.“

Ich möchte ein Gefühl vermitteln. Ein Gefühl von Stolzsein und Selbstbewußtsein. Ich möchte Kleidungstücke machen, die Geschichten erzählen aber trotzdem modisch aktuell sind. Damit meine ich modisch aktuell nach meinen kreativen Vorstellungen. Das Maß aller Dinge bin ich selbst und ich mache die Dinge so wie sie mir gefallen. Ich transformiere Dinge von Damals ins Jetzt. Von Gestern ins Heute und ich transformiere sie so, dass sie mir gefallen, meinen modischen Ansprüchen genügen. In einer raffinierten aber unperfekten Art und Weise werde ich sie liebevoll auseinandernehmnen und vielleicht völlig unerwartet und anders wieder zusammensetzten. Vielleicht entsteht aus einem Rock eine Kaputze oder andersrum. Ich möchte modische Kleider mit Geschichte aufladen und das geht, wenn ich Kleider, die bereits Geschichte haben, zu Neuem verarbeite. Die Produkte meiner Arbeit sollen mehrerer (3-4) Outfits sein, ein Outfit besteht aus ca. 3 Kleidungsstücken + Accessoires, die ich für mich selbst oder Probanten schneidere und sie anschließend dem Thema entsprechend in Szene setze. Für die Verteidigung sehe ich einen gut ausgewählten Raum, passend zum Thema, und ein kleines feines Event mit Publikum, Musik, Laufsteg und/oder Ausstellungsfläche.


Theorie

Was bedeuten Retro und Vintage für mich?
Herangehensweise an das Thema: Omas Schrank und ich. Jedes Teil hat seine Geschichte. Textile Erbstücke, was gibt Oma da eigentlich weiter? Dokumentation des Arbeitsprozesses. Evtl. meine Platzierung in der community.

Dokumentation
...durch
a) Digitalkamera
b) Videokamera (z.B. Geschichten von Opa/Oma live zu den einzelnen Teilen)
c) alte Fotos von früher

d) schriftlich

Herangehensweise: Modegeschichten erzählen
Was macht mich modisch aus? Wo ist die Authentizität, die Echtheit, Mode von Katrin gemacht? Ich liebe Sachen, die Geschichten erzählen, fühle mich glücklich, wenn Altem, schon längst Ausgetragenem, aus der Modegekommenem neuer Lebensmut eingehaucht wird. Wenn Altes neue Luft schnuppert. Wenn Ausgetragenes ein Revival erfährt. Wenn Omas altes Klapprad aus dem Keller nochmal eine Fahrradtour übers Weimarer Land wagt. Wenn persönliche Erinnerungsstücke wieder zeitgemäß tragbar sind.
Ich liebe das Alte, das Verwandte das Bekannte. Alte Dinge sind automatisch aufgeladen mit Geschichte, sie sind schon was, haben schon gelebt in ganz anderen Epochen. Der Mantel von Opa war im Krieg dabei und hat ihm vorm Erfrieren gerettet. Den Rock von Oma kenne ich von einem Foto, da war ich noch nichtmal auf der Welt.


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